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Alles Gute zum Geburtstag, Michael!

„So what?“, fragen einige im Netz. Ich bin überrascht von der Kaltherzigkeit mancher Menschen. Nein, ich zähle die Familie Schumacher nicht zu meinem Freundeskreis. Aber ich empfinde Michael Schumacher als ein Familienmitglied. Warum? Weil ich zeit meines Lebens die Formel 1 verfolgt habe. Als kleiner Junge trug ich mit meiner elektrischen Autobahn die Weltmeisterschaft aus. Rennserien. Bruce McLaren, Phil Hill, Jim Clark, Jochen Rindt und wie sie alle hießen, fuhren in meiner Phantasie auf meiner Strecke. Einziger begeisterter Mitspieler in meinem ganz privaten Formel-1-Universum war meine Schäferhündin. Sie versuchte immer an derselben Stelle, eines der Autos von der Spur zu nehmen, bekam jedesmal einen Kleinen gewischt und schüttelte sich kurz. Sie ist seit über 40 Jahren nicht mehr unter uns. Aber wenn ich so über „meine“ Formel-1-Kariere nachdenke, erlebt sie für mich ihre Wiederauferstehung. Sie war mein einziges „Boxenluder“.

Als Michael Schumacher seine Formel-1-Karriere begann, war ich schon lange kein Chicken mehr. Aber sofort sein Fan. Mir ist noch die verletzende Häme gewärtig, die ihm entgegenschlug, als er in seinem ersten Rennen nach 500 Metern die Kiste abstellen mußte. Er ließ sich nicht beirren und hat es allen Klugscheißern gezeigt. Sieben Titel. WOW! Und sich dabei so gut wie nie verbogen. Mal abgesehen von der Silverstone-Story, wo ihm Flavio Briatore wohl versucht hat beizubringen, die Realität kreativ zu gestalten. Getreu dem Politiker-Motto: Wahr ist, was hartnäckig genug behauptet wird.

Er hatte und hat tolle Leute um sich. Er hat von allen gelernt, was es für seine Zwecke zu lernen gab. Und er hat eine tolle Familie. Eine angenehm zurückhaltende starke Frau, die nicht ständig in den Medien ihre unmaßgebliche Meinung zum Besten gibt – wie viele Partner von erfolgreichen Menschen heute. Zwei fantastische Kinder. Doch die Familie lebt medial zurückgezogen. Keine Homestories bis zum Überdruß.

Michael Schumacher und den Seinen habe ich jeden Pfennig und jeden Cent von ganzem Herzen gegönnt. Für mich war er über Jahre Teil einer Lebensfreude, die nicht in barer Münze aufzurechnen ist. Und nun das. Nicht einmal auf der Rennstrecke. Wenns stimmt, kurz nachdem er jemand anderem wieder aufgeholfen hat. Ich bin nicht religiös. Die Situation von Michael Schumacher macht mich jedoch zu einem inbrünstig Wünschenden, Genesung Wünschenden für jemanden, dem es immer wieder gelungen ist, meine kindlichen Sehnsüchte wachzurufen. Was gibt es Schöneres, als im fortgeschrittenen Erwachsenenalter mit dem Kind in sich auf Du und Du zu sein. Und ganz kindlich würde ich ihm gerne ein Stückchen von meinem Kraftkuchen zukommen lassen. Er und seine Familie können es sicherlich gut brauchen.

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