Über die Ma(a)ßen bedenklich

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Generalbundesanwalt, Verfassungsschutz und Bundesregierung scheinen sich einen besonderen Spaß zur Stopfung des Sommerloches ausgedacht zu haben. Um kritischen Journalismus zu behindern, greift man zu putinesken Abschreckungsmethoden ersten Grades. Von Putin lernen, heißt, lupenrein die Demokratie lenken lernen.
Ein bisschen die Keule des Landesverrates schwingen und die Journaille wird schon zurückzucken, so wird man spekuliert haben. Für den Testlauf hat man sich nicht an den großen Fisch „Süddeutsche Zeitung“ getraut, sondern an die Blogger von netzpolitik.org.
Einiges stimmt bedenklich an diesem Vorgehen:

  • Die Geisteshaltung der Amtsträger lässt auf schwere Demokratiedefizite in diesen Kreisen schließen.
  • Demokratie ist ein täglicher Tanz auf des Messers Schneide. Die Verantwortlichen dieser grundgesetzfeindlichen Choreographie jedoch zertrampeln unsere freiheitlichen Werte. Sie berauschen sich selbstsuggestiv mit dem nationalistischen Mantra, dem Lande zu dienen.
  • Die Schamlosigkeit der Kampagne überrascht. Es macht deutlich, welche Register für kommende Auseinandersetzungen revitalisiert werden sollen.
  • Die vollkommen realitätsferne Einschätzung der Verantwortlichen, mit diesem Zündeln an der totalitären Lunte durchzukommen, offenbart, was sie vom Intelligenzniveau der Mehrheit der Öffentlichkeit halten.

In Bertolt Brechts „Leben des Galilei“ weist der Papst seinen Großinquisitor an, dem Wissenschaftler im äußersten Fall die Instrumente zu zeigen, die bei einem Verhör durch die Inquisition angewandt werden. Und der Großinquisitor antwortet Seiner Heiligkeit, daß dies genügen werde, denn der Herr Galilei verstehe sich auf Instrumente.
Die Werkzeuge sind gezeigt. Momentan ruht das Verfahren.
Nachtrag: Inzwischen wurde das Verfahren eingestellt.

Wanderer, kommst Du nach Germany

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Whenever you come to Germany visit Weimar. It’s Germany in a nutshell: at his best (poets, composers, artists + philosophers) and at his worst (concentration camp Buchenwald). Europe in a week – one day in Weimar is a must. Forget Heidelberg.

Wer Deutschland kennenlernen will, der komme nach Weimar. Hier gibt es Deutschland von seiner liebenswürdigsten Seite (Wieland, Herder, Goethe, Schiller, Liszt, Nietzsche + Bauhaus) und seiner abstoßendsten (KZ Buchenwald). Deutschland – die volle Dröhnung.