Der Kritiker bellt und die Kunstsau grunzt

Standard

Das Bayerische Staatsballett bringt „Der gelbe Klang“. Ein Dreiteiler mit einer Theaterinstallation und zwei Choreographien.

Namensgeber des Abends ist das recht verschwurbelte Manifest oder Stück des Malers Wassily Kandinsky aus dem Jahre 1912. Es geht um das Geistige in der Kunst und die geradezu mystischen Interdependenzen von Malerei, Musik und Bewegung. Seit Wagner geistert dafür der Begriff „Gesamtkunstwerk“ durch die Ästhetik. Michael Simon, der Bühnenbildner unter anderem von Jiri Kylian und William Forsythe, nahm sich dieses Werkes an. Ballett kann man das Ergebnis reinen Gewissens nicht nennen. Sogar die Bezeichnung Tanz wäre ein unzulässiger Euphemismus. Als Theaterinstallation würde ich es bezeichnen. Und als solche ist es sehr witzig und unterhaltsam, ohne die hehren Ideen Kandinskys zu verraten. Sehr schön: Eine E-Gitarre im Orchestergraben zwischen all den klassischen Instrumenten. Schon allein für diesen Anblick hat sich der Abend gelohnt. Die Musik stammt von Frank Zappa und wird vom Staatsorchester unter Myron Romanul engagiert und pointiert präsentiert.

Weiter zur vollständigen Ballettkritik „Der gelbe Klang“