Poem 6 – 2015 Ballad and Prose Poem

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Die Fünf-Finger-Ballade

Es sind da noch fünf schlimme Finger
Die machen entsetzlich krumme Dinger
Doch gemach! Gemach! Gemach!
Eines dem anderen nach!

Der Daumen, nein, der schüttelt keine Pflaumen
Er gibt Aufständen und Revolten Halt
Er wird umklammert, wenn die Hand sich reckt
Oder er liegt als Frontmann vor den anderen Vieren

Der Zeigefinger ist der Lehrer
Er bohrt in der Nase und sticht in die Luft
Seine Anweisung macht es leicht oder schwerer
Der Zeige ist ein bequemer Schuft

Der Mittel, o golly, der ist ein Macher
Der pöbelt herum, hat selten Geld
Seine Statements, die sind wirklich der Kracher
Er wird gerne steif und vögelt die Welt

Der Ringfinger, tja, was soll man da sagen
Gibt gern für verderbliche Sachen sich her
Er versklavt viele Menschen und schlägt auf den Magen
Manch einer erkennt sich dann nimmermehr

Und schließlich der Kleine, o Mann, o Mann
Da ist nicht ganz klar, was der so kann
Man weiß nicht wozu? Er ist ja so klein
Doch hat er ’nen Vorteil: Passt überall rein!

Fünferbande werden sie genannt
Alle Fünfe zusammen ergeben: Die Hand
Zwei hat der Mensch und das ist gut
Auch wenn die rechte oft nicht weiß, was die linke tut

Five Fingers – A Prose Poem

Once upon a time five fingers crawled through slime. But stop! Let’s start the natural way. First there is the thumb to whom we often pay attention. Especially when he is leading the fist symbolizing revolutionary mist. The index is a cruel master. He is poking his nose or causing a bluster. The middle really is a dirty maker. He is not the cleanest on the loo but cries out to the world F*** You! The third one is not fun at all. He often tightens up your life and there are guys who use a knife … Pinkie is the last of five and you never know where he will dive but is always welcome everywhere in the inner and the outer sphere. Five fingers are one hand and everyone has two. That rings a bell: All’s well that hands well.

Poem 5 – 2015 Elegy

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An den Küsten von Dementia

Die Nebelschwaden der Erinnerung ziehen durch ein unbewohntes Haus
Du suchst verzweifelt nach dir selbst in dir
Die Welt war da. War es die Welt?
Ein Muskel nach dem anderen lässt sich gehen
Die menschlichen Gezeiten sind noch kaum erforscht
Am Ende wird dein Hirn zu einer Nebelwüste
Durch aufgeplatzte Böden strömt das Nichts
Aus fernen Welten weht ein Klang heran
Der sich an deinem Herz verspreizen möchte
Wie eine Wüstenblume blühst du auf
Dann lachst du wie ein Kind
Und bist sekundenlang der Mensch der du mal warst
In seine Arme nimmt dich Norach nun
Der Hafenmeister auf Dementia
Der Insel auf die keiner will
Von der noch niemand je zurückkehrte
Und die so viel Platz für alle hat
Die aus sich selbst vertrieben werden

The Beaches of Dementia

Misty secrets flash through your mind as on a moviescreen
You can’t catch them. They disappear like steam
Has that been me? Am I alive?
For valid answers you should dive
Into your inner self. Though that is gone
The sphincters refuse obedience. One
After another. The human tides are barely known
Your brain a hyperarid desert. What a mess!
Out of the broken soil flows emptiness
From far away a sweetish melody
Breathes a lovely memory
That wants to wrap your heart
You blossom like a desert flower
Refilled with a sudden childish power
Some seconds you are born again
But every hope is now in vain
For Norach takes you in his patronizing arms
Harbour master of Dementia
Unbeloved island this
Your journey’s point of no return
The only spot where you can burn
Your mind to
Peace

Poem 4 – 2015 Das Tier / The Beast

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Abends erwacht das Tier in mir
Bei Zigarren und einem Gläschen Bier
Dann zieh ich meine Höllenkreise durch die Pubs
Ab neun kommt Schnaps dazu
Um elf da leck ich meine Wunden
Ein Uhr meld ich mich bei Dir
Man könnte doch vielleicht … trotz … und so weiter
Doch Du legst auf. Also
Weiter auf der Höllenleiter
Drei Uhr geht nichts mehr rein 
Im Gegenteil. Die Seilschaft der Gedärme zwingt zur Pause
Auf allen vieren gehts nach Hause
Die Kleider verklebt und stinkend weit verstreut
Zieh ich mir noch einen rein
Der letzte Kreis der Hölle ist erreicht
Er liegt in mir
In seinem Zentrum schläft berauscht beglückt
Das Tier

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My beast is rising after dinner
With good cigars and beer
The roadtrip to hell leads through the pubs
Nine o’clock joins me comrade Schnaps
At eleven I fondle my wounded soul
And one o’clock I start to howl
A filthy whinging desultory call
For you … who cuts the line
Okay! Henceforward deeper down the ladder
Dreaming of Lady Godiva
I’m rolling in my saliva
Puked all over and stinky
I take a funky final shot
Reaching hell’s sweltering spot
Which is the very center of mine
Where pauses in his forlorn decline
My beast.

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Poem 3 – 2015 Acrostic

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Sieg des Vertrauens

Vertrauen verschenkt man
Im blinden Vertrauen steckt der
Charme der vertrauensseligen Naivität
Tödliches Gift ist enttäuschtes Vertrauen
Oft empfunden als Vertrauensbruch
Reines Urvertrauen ist selten wie das
Ypsilon in der vertrauten Sprache Deutsch

Y – The last bit of Germany

Generosity often demands an
Entirely trustworthy heart
Resentment will not help
Many times mankind tried to
Abolish the gravity of melancholy
Never succesfully though
Yoho – let’s try it again!

Poem 2 – 2015 Limerick

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Ich sag es Dir ganz unverhohlen
Der Tod der kommt auf leisen Sohlen
Eben noch fröhlich und frei
Ist plötzlich alles vorbei
Und Du guckst herum wie ein Fohlen

Ich sag es Dir unumwunden
Du hast Dich vergeblich geschunden
Bei Schampus und Wasser, Lachs oder Brot
Er kommt wann er will der kleine Tod
Und dreht ganz von selbst seine Runden

Ich sag es Dir ganz ohne Not
Das Leben ist wie Hundekot
Mal hart mal dünn
Und immer ohne echten Sinn
Der große und der kleine Tod

Listen, I tell you my boy,
Dying is not at all a joy
You think it’s easy to go that way
But alas it’s fighting day by day
And the long black box is not a toy

Listen girl, let me say,
You cannot order him for the month of may
It doesn’t matter whether rich or poor
The petit mort will hit for sure
Don’t hold him he will run away

An outcry here for everyone
There is no meaning under the sun
Except your very individual plan
The only way that really can
Give your life a bit of fun

Poem 1 – 2015 Tanka

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Sorglos frohgemut
Gleiten wir durch die Zähren
Unsrer Ahnen hin

Als ob wir glücklich wären
Mit unserem Lebenssinn

 

With joy and sorrow
We sail on Lake Lacrymal
Grown in centuries

And all the way we borrow
Sweetly salty melodies