Das Kolumbusgefühl

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Anton Tschechow schrieb einmal in seinen Tagebüchern, daß er keiner politischen Ideologie nachhänge, keiner Revolution, keinem Gott und keine Angst vor Gespenstern oder gar dem Tod habe. Sein Landsmann Gaito Gasdanow scheint ihm darin zu gleichen. Zwei Revolutionen und zwei Weltkriege später. In dem Roman Das Phantom des Alexander Wolf (1947/48) vermittelt sich einem dieser Eindruck. Er resigniert ebenfalls nicht und stellt die existentiellen Fragen: Warum leben wir? Wozu leben wir? Gibt es eine Vorsehung im klassischen Sinne?
Der Roman kam erst vor vier Jahren in einer deutschen Übersetzung heraus. Er fiel mir durch die nachhaltige Empfehlung einer Freundin und eines Freundes in die Hände, die mit ihren Tipps nicht inflationär umgehen. Die Hinweise kamen unabhängig voneinander, so daß ich mir dachte, da muss was dran sein. Gesagt! Getan! Gelesen! weiterlesen

Wider die psychopathischen Menschenfischer oder Wie man sich selbst treu bleibt

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Doris Lessing – Das goldene Notizbuch
Roman, Fischer Verlag + Flamingo Modern Classic

Ein aufrüttelndes Buch über die Kolonialisierung der menschlichen Seele durch Herrschaftsphilosophien, die, das sei konzediert, vor allem von Männern stammen. Es ist jedoch ein Buch für Frauen UND Männer.

Ähnlich wie „Die Mandarine von Paris“ von Simone de Beauvoir, zählt das Werk zum literarischen Kanon der Frauenemanzipation. Das ist AUCH eine Lesart. Aber nur eine Lesart von mindestens vier. Eine solche Interpretationsverengung enthält nicht einmal die halbe Wahrheit. Ja, sie versimplifiziert den Roman in geradezu boshafter Verblendung. Es ist ein Buch über biologische Kreativität, erotischen Erfindungsreichtum, künstlerische Phantasie, politischen Gestaltungswillen und seelisch-körperliche Reifung mit allen gegenseitigen Durchdringungen.

Zur vollständigen Buchkritik

Saturday Shelfie – Gespräche mit Eckermann

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Grace is running the blog culturallife on wordpress. She started a series of articles about books you are currently reading. Everyone is asked to participate which means to write short reading experiences and linking it to her blog’s Saturday Shelfie section. I will do so with Johann Wolfgang Goethes „Gespräche mit Eckermann“ (Conversations with Eckermann) a fascinating book about german culture and heritage. I’m still in the process of reading. My favourite quote at the moment is „Je näher sie sich gewissen philosophischen Schulen hingeben, desto schlechter schreiben sie.“ If you identify with a certain philosophical system you destroy your individual voice.

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Nachdenken mit Adorno – Man gönnt sich ja sonst nix

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Beginn eines Lektüre-Tagebuches zu Theodor W. Adornos MINIMA MORALIA aus dem Jahre 1951 (Suhrkamp Verlag). Mal was fürs Hirnschmalz. Einer dieser Texte, die für eine kritische Nachkriegsgeneration Orientierung wurden. Heute immer noch bzw. wieder interessant. Je nachdem, wie man es sieht. Ich gewöhne mich langsam aufs Neue an Sätze, die ich zunächst mehrfach lesen muß, um sie annähernd zu verstehen. Da merke ich, wie sehr Lesefähigkeiten verkümmern, wenn man sich immer an der Richtschnur der leichten Verständlichkeit entlanghangelt. Mir wird jetzt klar, was der italienische Theatermann Giorgio Strehler meinte, als er sagte, der Faschismus beginne da, wo man propagiere, alles sei einfach. Nichts ist einfach. Damit fängt mein Nachdenken mit Adorno an.

Zum Lektüretagebuch „Nachdenken mit Adorno“

Jayden Collister – Ein Bulle in New York

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Cover für Jayden CollisterIn den folgenden Wochen gibt es Appetithäppchen aus meinem Jayden-Collister-Krimi “In der Blutküche der TexMex-Gang”. Den kompletten Roman bekommt man bei amazon als Taschenbuch oder als Kindle-eBook. Auf dieser Seite das Cover anklicken und man kommt direkt zur amazon-Seite.

Hier gehts zur Leseprobe